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7
Jul
2007

flohmarkt

damals musste ich diesen rudeln von glücklichen regelrecht ausweichen, bis ich irgendwann einen nebenweg nach hause eingeschlagen hatte, weil ich das gurren nicht mehr aushielt. und damals war es zwölf uhr mittag gewesen, und all diese kinderlosen zukunftsträger hatten in meiner neidvollen vorstellung zunächst einen langen und verliebten vorabend in originellen und prominenten lokalen verbracht, um danach eine nacht voll frischverliebter vögelei zu genießen. gegen drei uhr nachts waren sie dann tief befriedet und entspannt sowie den arm im arm eingeschlafen. die erste wachheit war wohl gegen circa zehn uhr eingetreten, danach kurz urinieren und eine weitere sonntägliche morgenvögelei mit anschließendem aufwachschlaf nach erstem kaffee, kurzem zweitem petting und dann erneutem, diesmal eher tief und sanft empfundenem geschlechtsverkehr, der ihnen die herzenstiefe zum partner mehr deutete, als es beidseits sämtliche maskulin und feminin verfügbaren beischlaftechniken der nächtlich aufgekratzten geilheit stunden zuvor getan hatten. gegebenenfalls folgend die zigarette im bett, oder im nachthemd am küchentischchen, die füße auf des anderen stuhl gelegt und die aufsteigenden, sich am jeweiligen körper mischenden saftigen gerüche der nacht zusammen mit zigarettenrauch schnuppernd. dazu noch einmal kaffee, vielleicht jetzt ohne coffein. füße tippeln unter dem tisch an noch klebrig warmen und wie auch immer gestülpten mehr oder minder behaarten hautwindungen entlang, aber augenzwinkerndes lächelndes einverständnis, dass das nächste mal auf den nachmittag verschoben werden sollte. sodann gemütliches duschen, vielleicht zu zweit, womöglich gegenseitiges waschen, aber neckende enthaltsamkeit. zum frühstücken schlendern wie auf einer bühne mit all diesen offenen geheimnissen, die die spatzen immerdar pfeifen aus den größeren höfen. tage, an denen es ihnen, selbst im ärgsten winter, nicht kalt werden würde. und in diesem moment begegneten mir all diese überglücklichen, und ich wusste, nach dem frühstückchen würden sie wieder nach hause gehen, um zu schlafen und beizuschlafen. hingegen war ich, aufgrund der schlafgewohnheiten des kindes, bereits gegen sieben uhr aufgestanden, wie immer übermüdet, und wusste nun, nach der mir von der kleinfamilie gegönnten pause auf dem flohmarkt, dass solcherlei mir entgegenlaufendes leben der anderen mir entweder frühestens in zehn jahren wieder vergönnt sein würde oder ich mich von meinen lieben trennen müsste. letzteres schien reizvoll, damals, an jenem sonntagmorgen. aber an solches dachte ich jetzt nicht: ich dachte an bauer/dussmann und seinen erbärmlichen zustand der schwebe zwischen dem dies- und jenseits, zwischen kolonnenstraße und wolken. er hatte nie ein kind gehabt, und, wie es schien, würde er auch keines mehr bekommen. er würde wohl auch keines gewollt haben. tatjana, seine freundin im besten alter, aber nicht mehr ganz so jung, wie er sie sich sicherlich wünschen würde in kürze, sie würde sich wohl nach einigen monaten einer koma-beziehung von ihm trennen, jedoch natürlich ohne dies als solches zu kommunizieren. sie würde sich weiter kümmern um die apparaturen, liebevoll und mit großem herz, aber sie wäre für eine neue liebe mindestens nicht unoffen.
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